Wachenheim

im Zellertal

Geschichte des Zellertaler Ehrenmals

 

In einer Versammlung am 18. September 1926 hatte der damalige Bürgermeister von Niefernheim, Georg Herr, den Gedanken den pfälzischen und rheinhessischen Gefallenen, wie sie gemeinsam stritten und starben auch ein gemeinsames Ehrenmal zu errichten. In weiteren Gemeindeversammlungen vom September 1926 entschieden sich die pfälzischen Gemeinden Zell, Harxheim sowie die benachbarten rheinhessischen Gemeinden Wachenheim und Mölsheim für die Errichtung eines gemeinsamen Kriegerehrenmals; später schloss sich ihnen noch die pfälzische Gemeinde Einselthum an.
 

„Das Ehrenmal für die im ersten Weltkrieg Gefallenen der Zellertal Gemeinden wird „an jener Stelle errichtet an der um das Jahr 700 unserer Zeitrechnung, als der Heilige Philipp von dieser Stelle aus das Evangelium verkündete ein schlichtes Holzkreuz in die Ferne gegrüßt haben soll und Menschen empor schauen ließ“ wird in die Grundstein Urkunde geschrieben. Das Ehrenmal soll gleichzeitig die Einigkeit und Einheit des Zellertales zum Ausdruck bringen.“
 

Im Frühjahr 1927 wurde ein Wettbewerb unter bayerischen und hessischen Künstlern ausgeschrieben. 80 Entwürfe wurden eingereicht. Unter vier in die engere Wahl gekommene Entwürfe wurde von einem Preisgericht und dem Denkmalausschuss, dem unter anderen die Bürgermeister der sechs Gemeinden angehörten, der Entwurf des Wormser Architekten Alfons Brandt zur Realisierung ausgewählt.
Der Entwurf stellte nach Meinung des Gremiums:

„am klarsten die Idee eines offenen Raumes dar und hebt sich somit durch seine Durchbrochenheit gut von der Bergsilhouette ab.“

In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Kriegstoten jeweils am „Heldengedenktag“ im März jeden Jahres, am Sonntag Reminiscere (Gedenke) gedacht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen die Tradition des Volkstrauertages wieder in der alten Form aufgenommen und nach der Gründung der Bundesrepublik fortgeführt.

In Abgrenzung zur Tradition des Heldengedenktages wurde 1952 im Deutschen Bundestag beschlossen, den Volkstrauertag an das Ende des Kirchenjahres zu verlegen; diese Zeit wird theologisch durch die Themen Tod, Zeit und Ewigkeit dominiert. Gedacht wird der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen und bis heute wird der Tag als Mahnung zur Versöhnung, Verständigung und zum Frieden verstanden. 


1958 fand auf Veranlassung der Kolpingkapelle Zell am Volkstrauertag die erste Gedenkfeier am „Schwarzen Herrgott“ nach dem 2. Weltkrieg statt. Danach wurde auch wieder ein Denkmalausschuss gegründet, der sich in der Folge für die bauliche Unterhaltung des Ehrenmals und die Gestaltung der jährlichen Gedenkfeiern einsetzt.
 

Grundlegende Renovierungen des Ehrenmals fanden 1960 und 2001/2002 statt. Die Gesamtkosten dieser Unterhaltungsarbeiten beliefen sich 1960 auf 30.000 DM, die Arbeiten in 2001/2002 auf 12.903 EURO.


Wachenheim, den 05.03.2008 Wolf-Dieter Egli
 

Quellenangaben:
Gedenkbuch zur Einweihung des Kriegerehrenmals am Schwarzen Herrgott (1928)
Gedenkschrift 50 Jahre Ehrenmal am Schwarzen Herrgott (1978)
Wormser Zeitung vom 17.Juli 1928
Bauabteilung der Verbandsgemeinde Göllheim

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