Wachenheim

im Zellertal

Mahnmal zur Erinnerung an die Wachenheimer Juden
 

Am Sonntag, dem 11.05.2017 wurde auf dem Platz neben dem Friedhof ein Gedenkstein zur Erinnerung an die ehemals in Wachenheim lebenden und im Dritten Reich ermordeten Juden enthüllt. 

Der Stein ist ein Andenken an alle ehemaligen jüdischen Mitbürger, insbesondere für die Ermordeten.



Auf Anregung des ehemaligen und im Jahre 1938 mit seiner Familie nach Amerika geflüchteten Wachenheimers, Herr Dr. David Kraft (geborener Krautkopf), beschloss der Gemeinderat im Jahr 2016 das Denkmal nach eigenem Entwurf, ausgeführt durch  Kathleen Groll aus Bechtheim aufstellen zu lassen. 

Geschichte:

Die ehemalige jüdische Gemeinde von Wachenheim hat eine jahrhundertelange und bewegte Geschichte, die mit der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten endet. 1534 wurde der erste Wachenheimer Jude urkundlich erwähnt. Im Jahre 1800 zählte die Gemeinde bereits 47 jüdische Mitbürger, 1831 waren es 81. Sie betrieben vor allem Waren- und Viehhandel. In der Schmiedgasse gab es  eine eigene Synagoge, sowie ein Schulhaus und ein Ritualbad. Klassische jüdische Familiennamen im Zellertal waren beispielsweise die Namen Kehr, Fittler, Löb, Hausmann oder Krautkopf. 1942 wurden die letzten sechs jüdischen Bürger von Wachenheim deportiert und ermordet, darunter 2 Kinder im Alter von drei und vier Jahren.

Die Inschrift der Stehle:

Wir gedenken unserer jüdischen Mitbürger aus Wachenheim, die während der nationalsozialistischen Diktatur gedemütigt, verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Stellvertretend seien hier

Kurt Eckhaus, geb. 1908, Antonie Klara Eckhaus, geb. 1914, Lothar Eckhaus, geb. 1938, Mirjam Eckhaus, geb. 1939, Max Löb, geb. 1909 und Theodor Löb, geb. 1877 genannt, die 1942 in das Ghetto Piaski deportiert und ermordet wurden.  




Bürgermeister Dieter Heinz anlässlich der Enthüllung:

 „Dies ist kein Anlass zur Freude, sondern ein Moment des Gedenkens und Innehaltens. Der Holocaust berührt die Grenze unseres Verstehens. Daher ist der Gedenkstein auch als Mahnmal zu verstehen. Was während der NS-Zeit geschehen ist, darf sich nie mehr wiederholen.

Herrn Dr. David Krautkopf war es ein Anliegen, sich an den Kosten für das Mahnmal zu beteiligen. Er überreichte der Gemeinde Wachenheim im Anschluss an die Gedenkfeier einen Scheck in Höhe von 5.700 Dollar.



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