Wachenheim

im Zellertal

200 Jahre Rheinhessen

Ein Beitrag aus der Gemeinde Wachenheim im Zellertal

Nach den Beschlüssen des Wiener Kongress im Juni 1815 wird 1816 Rheinhessen zur südwestlichen Provinz des Großherzogtum Hessen. Wie jeder Staat hatte auch dieses Territorium Soldaten und Polizei, galt es doch Grenzen zu Nachbarn zu sichern und für staatliche Ordnung im Innern zu sorgen. Im südlichsten Teil des Wonnegaus in Wachenheim an der Pfrimm befand sich    eine Zollstation zur benachbarten bayerischen Pfalz, Teil des Kö-nigreichs Bayern. Eine Grenze, die im Volksmund mit -großer Hunger GH- für das Großherzogtum und auf der anderen Seite der Grenzsteine mit KB – kein Brot- für das bayerische Königreich, benannt wurde. Das heute blühende Zellertal war zu dieser Zeit, dem Ende des Napoleonischen Reiches, ein armer Landstrich.
 

Das „ Wachenheimer Zollhaus“, ehemals Residenz eines großherzoglichen Zollerhebers, heute eine beliebte Gaststätte, war am Wochenende der geeignete Ort über die Ausstattung der ehemaligen großherzoglich hessischen Armee in einer kleinen Auswahl einen Überblick zu geben. Aus der Sammlung von Gerhard Bodin wurden historische Waffen und Uniformen aus dem Zeitraum von 1810 bis 1918 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Exponate gaben neben ihrem offensichtlichen Einsatzzweck als Schuss- und Schlagwaffen des 19. Jahrhunderts aufschlussreiche Einblicke in die handwerkliche Kunst der damaligen Waffenherstellung. Damals wie noch heute kamen hauptsächlich die Waffen aus den thüringischen Städten Suhl und Schmalkalden sowie aus den heute noch bestehenden württembergischen Waffenschmieden in Oberkochen.
 

Offiziers- und Mannschaftssäbel wurden in der westfälischen Stahlschmiede Solingen hergestellt. Gegossene Kanonenkugeln zwischen 2,5 und 12,5 kg Gewicht wurden in hessischen Gießereien gefertigt und lassen ihre Durchschlagkraft erahnen.
 

Beeindruckend die original und sehr gut erhaltenen Uniformen für Mannschaften und Offiziere in bunter Vielfalt. Die Kopfbedeckungen   reichten von Pickelhauben mit den Emblemen des Landesherrn Landgraf Ludwig von Hessen, der sich nach dem Wiener Kongress Großherzog von Hessen und bei Rhein nennen konnte. bis zum zweckmäßig nüchternen Stahlhelm aus 1916.

Als schmückendes friedvolles Beiwerk zur Ausstellung in einer Vitrine noch einige seltene bunt bemalte Schalen und eine Bonboniere aus der Frankenthaler Porzellanmanufaktur aus der Zeit um 1750 sowie eine kunstvoll geformte „Friedenspfeife“ aus gleichem Material.
 

Im Nebengebäude des alten Zollhauses war Hobbyschmied Christian Gaede mit der schweißtreibenden Herstellung einer Lanze, wie sie im 15. Jahrhundert Verwendung fand, zu Gange. Weitgereiste Besucher kamen aus dem hessischen Dillenburg.
 

Verbandsgemeindebeigeordneter Walter Hahn und der ehemalige Ortsbürgermeister Wolf-Dieter Egli betreuten während der Öffnungszeiten die Ausstellung. 

© Wolf-Dieter Egli

.

Wachenheim im Zellertal

Geschäftsstelle

Hauptstr. 15 
67591 Wachenheim
Tel.:  0 62 43 - 74 38

E-Mail: weinbau-heinz@t-online.de


© Gemeindevertretung Wachenheim 2015

Webdesign: ScheurerMedien